COP31 in Antalya: Klimapolitik im Zeichen der Energie- und Sicherheitskrise
Shownotes
Weltklimakonferenz COP31 in Antalya: Was sind die geopolitischen und finanziellen Herausforderungen? Welche Interessen und Ziele hat das Gastgeberland Türkei und welche Rolle spielt die EU in den Klimaverhandlungen? Darüber diskutieren Yasar Aydin und Susanne Dröge im SWP-Podcast.
Gäste:
Dr. Yaşar Aydın ist Wissenschaftler am Centrum für angewandte Türkeistudien (CATS). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Türkei sowie die Beziehungen zwischen der EU, Deutschland und der Türkei.
Dr. Susanne Dröge ist Senior Fellow in der Forschungsgruppe Globale Fragen und leitet das SWP-Forschungscluster Klima- und Energiepolitik.
Moderation: Dominik Schottner
Literatur- und Hörempfehlungen:
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00:00:01: Am neunten November beginnt in Antalya die einund dreißigste Weltklimakonferenz, die COP-Einunddreißig und zwar in einem wie so oft schwierigen Umfeld.
00:00:09: Da sind die Kriege gegen Iran und die Ukraine die weltweit die Energiepreise steigen lassen – auch die Emissionen übrigens!
00:00:15: Die Vereinten Nationen stehen unter Druck und das Geld für Klimaschutz ist wie so often knapp oder wird eben für Waffen ausgegeben.
00:00:22: Vielleicht ist es da ganz hilfreich dass die COP EINUNDREißIG von gleich zwei Ländern ausgerichtet wird?
00:00:28: Gastgeberin und Australien führt die Verhandlungen.
00:00:32: Beide sind bislang nicht unbedingt als Klimamusterschüler aufgefallen, aber beide haben Ambitionen in der Richtung – insbesondere die Türkei!
00:00:40: So sollen bis zum Jahr zwanzig fünfunddreißig weltweit fünfund dreißig Prozent der verbrauchten Energie aus Strom kommen.
00:00:46: Woher?
00:00:47: kommen diese Ambitionen und wo können sie ultimativ hinführen?
00:00:51: Mit Blick auf die COP einund dreißig.
00:00:53: Darüber spreche ich jetzt mit Doktor Susanne Dröge, Senior Fellow und Leiterin des Forschungsklusters Klima- und Energiepolitik bei der SWP und mit Dokter Yashal Aydin vom Zentrum für angewandte Türkeiforschung.
00:01:04: Hallo Ihnen beiden!
00:01:05: Hallo Herr Schottner
00:01:07: Und mein Name ist Dominik Schottler.
00:01:08: herzlich willkommen auch von meiner Seite Herr Eiden, fangen wir mit Ihnen an.
00:01:18: Die Türkei richtet die Konferenz aus.
00:01:20: Australien leitet die Verhandlungen?
00:01:22: Wie muss man sich dieses Job-Sharing vorstellen?
00:01:26: Das muss man so vorstellen dass die Türkeis als Gastgeberin der Konferenz in erster Linie für die organisatorische Seite verantwortlich ist zum Beispiel für den Ablauf der Verhandlung und die politische Leitung liegt bei Australien.
00:01:42: Aber letztendlich müssen beide Länder zusammen entscheiden.
00:01:46: Und zu dieser merkwürdigen Aufteilung ist es gekommen, weil beide Länder diese Konferenz unbedingt ausrichten wollten und keiner der
00:01:58: Staaten
00:02:00: zurücktreten wollte.
00:02:02: So hat man diese Kompromisslösung gefunden Und ich sehe darin auch Vorteile, mögliche Vorteile.
00:02:09: Nämlich mit einem Australien wären zum Beispiel die Interessen der pazifischen Inselstaaten, die ja von dem Klimawandel besonders betroffen sind besser hervorgehoben.
00:02:25: Und auf der anderen Seite würde die Türkei, die Interessen des globalen Südens stärker berücksichtigen.
00:02:32: Ob das auch in der Praxis zu einem Erfolg wird?
00:02:35: Das müssen wir noch abwarten.
00:02:37: Genau weil wir nehmen hier Ende Oktober auf.
00:02:40: Das Ganze findet also ein bisschen weniger als zwei Wochen statt können wir an der Stelle noch nicht sagen.
00:02:45: Frau Drüge was weiß man denn worüber in Antalya konkret verhandelt werden soll dass Klima?
00:02:51: so viel ist schon mal klar.
00:02:52: aber was steht auf der Tagesordnung?
00:02:55: Genau, ich würde ja auch noch mal nachlegen.
00:02:57: Es ist halt so diese doppelte Präsidentschaft, weil es eigentlich eine relativ klare Aufteilung jetzt entstanden und trotzdem gibt es Veränderungen.
00:03:07: also... Zum einen Teil gibt es ganz offizielle Verhandlungsthemen.
00:03:11: Das sind sechs Themen, die kann ich mal eben aufzählen.
00:03:14: das ist Emissionsminderung also Umsetzung der Verpflichtungen unter dem Klimaabkommen von Paris.
00:03:21: Es gibt auch ein Arbeitsprogramm dazu.
00:03:22: dann geht es um die Klimafinanzierung Auch hier Geld für Entwicklungsländer und zugesagte Summen.
00:03:28: irgendwie muss man da hinkommen.
00:03:30: Das Thema ist ja breit angelegt weil es eben um Klimaschutz, Klimaanpassung und Verluste und Schäden durch den Klimawandel geht.
00:03:38: als solche soll besser verstanden werden, indem man da Indikatoren entwickelt.
00:03:43: Dann geht es noch um Themen wie Technologiekooperationen – ganz heikles Thema aber immer wieder sind die Entwicklungsländer auch hier im Fokus.
00:03:51: Wie können sie's schaffen ihre Klimaschutzpläne zu erfüllen?
00:03:53: Und Last but not least das ganz große Gerechtigkeitsthema ist die sogenannte Just Transition also alles was mit Umstellung auf Klimaneutralität zu tun hat.
00:04:03: und um diesen Strauß muss sich Australien kümmern, während aber die türkische Präsidentschaft auch mit, vor allen Dingen auf Klimaschutz und Vermittlung in den Gelddingen beitragen möchte.
00:04:15: Und insofern wird man abwarten müssen wie verbindlich der Teil ist, den die Türkei mit verhandeln
00:04:21: möchte.".
00:04:22: Jetzt hat der Herr Eileen dort schon angedeutet, warum er glaubt dass das durchaus positiv sein kann wenn es da zwei Nationen gibt die sich das teilen.
00:04:30: Warum wollte Australien?
00:04:31: Warum wollte die Türkei denn unbedingt... Das haben die in irgendeinem der Fälle, was sie gerade genannt haben besondere Ambitionen, besondere Bestrebungen wo sie gesagt haben okay jetzt ist der Zeitpunkt wo wir das auf dem Plan rufen können.
00:04:44: Also, es ist so die australische Regierung.
00:04:46: Da gab's ja Werk- und Talfahrten immer wieder was die nationalen Ambitionen angehen.
00:04:51: Es wird über die Kontonente in Rai oben eine Gastgeberschaft erbeten sozusagen wer ist dran?
00:04:57: Und Australien hatte sich aufgestellt.
00:04:59: Die Türkei hat sehr lange gezögert soweit ich das weiß aber vielleicht kann Jascha da noch mal etwas zu sagen.
00:05:04: Es war auf jeden Fall interessant zu sehen dass auf einmal eine Konkurrenz da war statt ein Rückzug beider was auch oft passiert dann ist niemand da und das ist genau der Punkt wo man jetzt auf jeden Fall eine Lösung gebastelt hat, die beiden zugutekommt.
00:05:18: Und ich denke auch dass es viel darum geht auf diese inzwischen als ja ich sag mal das ist schon ein großes Großes Event was auch nur mehr bringen kann wo man sich politisch positionieren kann auch im UN-Kontext ein Zeichen setzen kann.
00:05:35: Und da liegt für mich das Interesse vor allen Dingen bei Australien.
00:05:38: und die Türkei hat glaube ich ganz andere Ideen, die noch mal aus einer ganz anderen Richtung kommen.
00:05:43: darüber wollte.
00:05:44: Ich auch mit Jascha nochmal diskutieren würde.
00:05:47: Fire away!
00:05:48: Feel free.
00:05:48: also was möchte die Türckei?
00:05:50: Warum möchte die unbedingt?
00:05:53: oder warum wollte sie unbedingt diese Konferenz ausrichten?
00:05:56: Da gibt es unterschiedliche Gründe dafür.
00:05:58: zum einen verspricht sich der Türkeis bzw.
00:06:02: die türkische Regierung internationale Sichtbarkeit von einer solchen Klimakonferenz, einer solchen Größenordnung und sie sieht darin auch eine Gelegenheit sich als wichtigen Akteur im Bereich der Klimapolitik, in der Klimadiplomatie aber auch im Bereich einer Energiewirtschaft zu positionieren und als ein Land darzustellen das bei der grünen Transformation eine aktive Rolle spielen möchte.
00:06:32: Und in der Tat bietet so eine Konferenz eine Bühne dafür weil hier auch wichtige Staats- und Regierungschefs zusammenkommen mit Unternehmen und anderen Akteuren.
00:06:44: Aber die Türkei hat da auch handfeste wirtschaftliche Interessen, nämlich die Regierung will Investitionen in erneuerbare Energien zum Beispiel.
00:06:57: In Stromnetze, Elektromobilität aber auch in Recycling anziehen.
00:07:02: Die Wirtschaft braucht diese Investition und die Regierung sieht die Kopf als eine gute Bühne dafür, das wären so die Ziele der türkischen Regierung.
00:07:15: Über die Motive der Türkei Gaskäberlein zu sein für so große Konferenzen hatten wir in einer anderen Folge schon mal gesprochen.
00:07:20: da ging es um den NATO-Gipfel, der in Ankara stattgefunden hat.
00:07:24: Das zu wollen und sich ins Schaufenster zu stellen und zu sagen was man gerne hätte ist ja das eine.
00:07:29: aber wie sieht denn die Bilanz in Sachen Klimaschutz aus in der Türkee?
00:07:34: Die sieht gar nicht mal so schlecht aus, muss man sagen.
00:07:38: Es gibt auch Schattenseiten dazu komme ich noch.
00:07:40: aber zunächst einmal muss man Ernst wichtige Schritte unternommen hat in den zurückliegenden Jahren und dort auch Fortschritte erzielt worden.
00:07:50: Zum Beispiel, zwanzigfünfeinzwanzig kamen rund zweiundzwanziger Prozent des türkischen Stroms aus Wind- und Solarenergie zusammen mit Wasserkraft.
00:08:01: Das sind alles erneuerbare Energien und anderen Quellen lag der Anteil an Neuerbare Energien an der Stromerzeugung bei forty-three Prozent und das zeigt, dass die Türkei daran interessiert ist.
00:08:15: An Klimaschutz.
00:08:17: sicher spielt hier auch der wirtschaftliche Druck eine Rolle.
00:08:20: Das muss man noch klar und deutlich sagen nämlich die Türkee will die türkische Industrie modernisieren und wettbewerbsfähiger zu machen.
00:08:31: Unter anderem auch im Hemmblick auf den europäischen Markt- und CO² Vorgaben zum Beispiel.
00:08:38: anders ist es nicht möglich für türkischen Unternehmen weiterhin als wichtigen Bestandteil europäischer Wertschöpfung und Lieferketten zu bleiben.
00:08:48: Das wären so die Motiven der Türkei.
00:08:50: Da wird natürlich auch dieser CO-Zweigrenzabgabe, sogenannte Siebärm eine Rolle gespielt haben oder?
00:08:57: Es ist ein Kostenfaktor natürlich.
00:08:59: das muss man runter reduzieren damit man im Wettbewerb nicht zurück fällt.
00:09:04: also das meine ich mit wirtschaftlichen Druck.
00:09:07: all das spielt natürlich auch eine Rolle.
00:09:10: vielleicht kann man dazu auch sagen dass Energiepolitik oder Klimaschutzpolitik eng zusammenhängt mit der Energiepolitik, aber auch mit der Außenpolitik vielleicht dazu später.
00:09:23: Wie
00:09:24: ich es eingangs gesagt habe, als Klimamuster-Schüler wie jetzt vielleicht sich auch Deutschland geriert.
00:09:29: Ob das tatsächlich dann verbrieft ist so?
00:09:32: In der anderen Falle ist die Türkei und auch Australien korrigieren sie mich gerne bislang nicht aufgefallen.
00:09:37: Wie wird das in anderen Ländern gesehen wenn zwei solche Staaten nach vorne drängen und zu einer Konferenz ausrichten?
00:09:43: da fehlt es ja ein bisschen vielleicht an Glaubwürdigkeit durch Empirie sozusagen.
00:09:50: Ja gut, man muss sich die Genese genauer anschauen.
00:09:53: Also ich glaube wir sind in sehr schwierigen Zeiten unterwegs was die Klimaverhandlungen an sich angeht.
00:09:57: Die Türkei war in den vergangenen Jahren vielleicht so vor, ich sage mal grob fünf Jahre noch wirklich keinen Staat der im UN-Kontext sehr weit vorne dabei war.
00:10:08: und jetzt auf einmal diese Idee Man ist Gastgeber und man nutzt das auch im geopolitischen Kontext ein Zeichen zu setzen.
00:10:16: Andere Länder schauen sich das natürlich mit Interesse an, weil wir in der einen Führung heute gehört haben.
00:10:22: Es ist einfach, hängt viel dran – es ist momentan eine Situation wo man auch schon nach Afrika guckt, weil die nächste Koppe sind adis abelbar und da geht's dann mehr um die Themen der Entwicklungsländer und hier traut man vielleicht der Türkei zu dass sie Brücken bauen kann.
00:10:37: Das wäre so eine Sache, auch wenn es wieder mal um Geld geht.
00:10:40: aber es geht natürlich auch um den glaubwürdigen Vermittler.
00:10:43: bei Australien ist eher so dass das ein Land in seiner Region eine bestimmte Rolle erfüllt Wobei ich nicht glaube, dass jetzt zum Beispiel... Also wir haben ja einen großen Elefanten im Raum immer.
00:10:55: Wie verhält sich China zu den Kernthemen in den Verhandlungen?
00:10:58: Und ich glaube nicht, dass Australienis da einen großen Unterschied Richtung China macht.
00:11:01: Dazu fehlt der Gegenpol zu China nämlich die USA und deswegen genau.
00:11:07: Der ist auch im Raum, der ist ganz riesig aber nicht wirklich mehr gefragt.
00:11:11: Er ist eben direkt relevant könnte für die EU die Türkei eben eine große Rolle spielen, weil einfach die Türken ein anderes Verhältnis pflegt als wir in der EU.
00:11:22: Wo wäre so eine große Gratwanderung mit China absolvieren wenn es um Klima und Wettbewerbsfähigkeit geht?
00:11:28: Jetzt haben wir zwar gerade von Herrn Eiden gehört wie die Zahlen in Sachen Erneuerbare sind aber trotzdem sind beide Staaten ja tendenziell eher noch Staaten, die auf fossilen Energien ihre Wirtschaft aufbauen.
00:11:39: Frau Brüggen auch ganz kurz bevor Herr Eiden gleich wieder da war dass sie schon gemeldet.
00:11:44: Schadet das nicht, wenn man auf die vergangenen Cops schaut?
00:11:48: Gab es ja auch schon ähnliche Ausrichterstarten, die sehr tief in der fossilen Energie drinstecken.
00:11:54: Schadete das der Sache nicht oder ist das vielleicht sogar eher hilfreich?
00:11:59: Na ja, man muss sich vor Augen führen.
00:12:00: wohl der internationale Prozess steht und es steht wirklich nicht sehr gut um die internationalen Ambitionen beim Klimaschutz.
00:12:08: Das heißt die Zeiten haben sich geändert.
00:12:11: wir hatten eben Probleme Gastgeber zu finden.
00:12:14: und dann kamen Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate ins Spiel oder Kasachstan, wo das Geschäftsmodell natürlich eindeutig fossil geprägt ist.
00:12:23: Und sie haben sich natürlich vorgestellt also vor allen Dingen in Dubai die Kopf dass man ein Superhost ist, weil das Leben sehr leicht macht und ganz en passant die fossilen Interessen in aller Verhandlungen presst.
00:12:37: Zudem war aber auch klar, ein klares Commitment zu erneuerbaren.
00:12:40: Aber bitte nur on top!
00:12:41: Also nicht irgendwas mit Abschaffen von fossiler Energie oder wie man es so schön sagt... auslaufen lassen, sondern eher ja wir pushen in die Richtung Erneuerbare und dann muss das so funktionieren.
00:12:53: Und natürlich haben ambitionierte Staaten oder auch die EU vorne weg, dass mit Sorge betrachtet, dass das ein bisschen geheitjagt wird.
00:13:00: Jetzt ist halt die Idee...
00:13:02: Also in Geiselhaft genommen?
00:13:03: Ja, Entschuldigung also wirklich benutzt wird um so eine Agenda voranzutreiben unter dem Deckmantel der freundlichen Ausbau der Erneuerbaren, dann letztlich den Klimaschutz doch untergräbt.
00:13:14: Und ja jetzt haben wir mit zwei Ländern die im Grunde spät aber doch auf diesen Zug aufgesprungen sind das so eine Transformation wirtschaftliche Vorteile bringt, eine Paarung die ein bisschen zu den Schwung wieder rausnimmt.
00:13:29: Aber natürlich wenn man alle an Bord haben will dann ist der kleinste gemeinsame Nenner nach wie vor die einzige Option.
00:13:36: Es findet die Konferenz in Antalya statt in der Türkei.
00:13:40: Wie ist denn die Lage innenpolitisch?
00:13:41: Gibt es dafür eine breite Bewegung dass man also sagen könnte das sozusagen die Bilder die ja auch kreiert werden während so einer Konferens die so eine Stimmung dann auch befördern können
00:13:53: Auf jeden Fall.
00:13:53: Es gibt in der Türkei eine kritische Öffentlichkeit, die auch diesen Prozess begleiten möchte ... Aber
00:14:02: auch kann?
00:14:04: Das ist die nächste Frage jetzt.
00:14:06: Dazu komme ich vielleicht noch mal, muss man dazu sagen das Umweltverbände zum Beispiel oder auch sehr viele lokale Initiativen und Klimaschütze haben sich zusammengetan und wollen auch parallel zur COP einundreißig eine alternative Gipfel der Völker für Umweltschutz installieren mit Diskussionen, Workshops und auch einer Demonstrationen in Antalya.
00:14:33: Und ob diese Demonstraktion zugelassen wird ist abzuwarten weil in der Türkei werden solche Demonstationen insbesondere bei solchen Aktivitäten stark reglementiert Und Türkei ist weiterhin ein Staat, der auf fossile Energie setzt.
00:14:50: Sechsundachzig Prozent des Energiemixes.
00:14:53: Der TürkeI besteht aus fossilen Energien.
00:14:55: Das ist natürlich ein Problem aber auf der anderen Seite bietet auch solche Veranstaltungen die Möglichkeit solche Länder wie du auch es angesprochen hast zusammen in die Pflicht zu nehmen.
00:15:06: sonst hat man keine andere Möglichkeit mit denen auch ins Gespräch zu kommen.
00:15:11: sofern finde ich das in Ordnung dass diese Veranstaltung an Teiljahr stattfindet, aber wichtig ist was danach passiert.
00:15:18: Welche Beschlüsse und wie man die Frage der Implementierung da in den Griff nimmt?
00:15:24: Gibt es denn schon konkrete Vorschläge seitens der Türkei zum Beispiel, was man erreichen möchte oder vielleicht sogar Projekte, die einen Leuchtturm scheinen könnten bei diesen Fahnen?
00:15:35: Frage an Sie beide!
00:15:37: Ein wichtiger Punkt ist die Elektrifizierung.
00:15:49: soll aus global weltweit
00:15:53: nicht
00:15:53: nur
00:15:54: für die Türkei.
00:15:55: Ob die Türckei das Ziel selber erreicht, ist fragwürdig weil nach Schätzungen braucht das Land Investition in Höhe von hundert acht Milliarden US-Dollar um dieses Ziel
00:16:08: zu erreichen.
00:16:09: Darf ich da kurz eine Zwischenfrage stellen?
00:16:11: Dieses Ziel zu erreichen heißt diese thirty-fünf Prozent aus Grün, aus Neuerbahnquellen dann sicherzustellen.
00:16:20: Oder ist da genau die Crux?
00:16:21: Also das ist genau die crux.
00:16:22: Ich hatte ja schon vom kleinsten gemeinsamen Nenner gesprochen und hier zeigt sich das wieder sehr gut, also in September war er dann in New York, also September diesen Jahres die sogenannte Climate Week und der Chefverhandler, der Präsident der Türkei hat sort nochmal versucht spezifischer zu werden was das denn ist.
00:16:41: und dann macht man immer ein Pledge.
00:16:42: Das ist nichts anderes als eine Absichtserklärung.
00:16:45: Und diese Absichtserklärung sagt halt global elektrifizieren, aber nicht grün.
00:16:51: Das einzige was er gesagt hat war auch dass er guckt Richtung KI-Bedarf und Rechenzentren und die sollen doch bitte vor allen Dingen erneuerbare nutzen.
00:16:58: da in die Richtung stößt er schon, aber die Elektrifizierung gilt für Strom aus allen Quellen inklusive auch Hatunkraften.
00:17:05: Aber das heißt, da werden jetzt neue Ziele gesetzt.
00:17:07: Ich dachte es geht vor allem nur um die Implementierung.
00:17:09: also wie kann man die schon gesteckten Ziele eigentlich in der nächsten Zeit erreichen?
00:17:13: Also man hat ja jetzt schon zehn Jahre Zeit, um die Ziele immer wieder neu zu formulieren seit Paris.
00:17:20: Ja, die Implementierung ist eben das wo ich denke dass es bei der Kopf drauf ankommt hier die Zeichen zu setzen, dass es nach dem Pariser Abkommen im Sinne des Abkommens vorangeht mit dem Klimaschutz.
00:17:33: Und dann wenn man sich die UN-Berichte anschaut, die jetzt immer kurz vor der Kopf kommen ja auch einen Bericht raus, die zahlen noch auf dieses Narrativ ein ist passiert was?
00:17:42: Es geht voran aber... Leider viel zu langsam, also grundsätzlich positive Signale.
00:17:47: Und wir sind hier in einem diplomatischen Bereich wenn es darum geht, dass Implementierung passieren soll weil das Paris-Abkommen kein Land zwingt konkret zum Klimaschutz überzugehen sondern die Länder verpflichten sich.
00:18:00: und dann kommt sowas wie der Dorfpranger und dann sieht man wer kommt voran und wer kommt nicht voran?
00:18:06: Das Datum für diesen Pranger, wenn ich das mal so sagen darf, ist übernächstes Jahr bei der COP-Dreien dreißig.
00:18:13: Dann kommt eine globale Bestandsaufnahme und da guckt man genau hin, wer hat was geschafft?
00:18:18: Und es ist nicht schön!
00:18:19: Es wird
00:18:23: nicht schön werden für einzelne Länder, meinst du?
00:18:24: Ja das kann schwierig werden.
00:18:26: Es ist durchaus so viele Länder kommen voran andere nicht.
00:18:30: es liegt am Geld, es liegt an der Frage wie gesetzlich umgesetzt wird.
00:18:33: aber alles in allem ist dass das Stichwort Implementierung ist.
00:18:37: was machen die im Bezug auf die Verabredungen getroffen worden?
00:18:41: Ganz kurz noch zu Herrn Dürfen Sie gleich Aber zu den Berichten sie gerade genannt hatten, die Berichte, die ich jetzt zuletzt gelesen und gehört hatte.
00:18:49: Die waren eher düster um ehrlich zu sein.
00:18:51: also ich fasse sehr kurz zusammen.
00:18:52: es wird immer heißer und eigentlich wirkt nicht so richtig.
00:18:56: die Emissionen steigen fröhlich weiter.
00:18:59: Das sind die Fakten und das ist auch nicht in Abrede zu
00:19:01: stellen.
00:19:02: was aber diese Berichte tun ist sie schauen sich ja an Die sogenannten NDCs, also die nationalen Beiträge, die gemeldet werden sollen alle fünf Jahre.
00:19:13: Sie liegen die Länder im Plan oder nicht?
00:19:15: Beziehungsweise aufadiert, auf welche Temperaturerhöhung kommen wir?
00:19:18: da sind wir jetzt circa bei zwei Komma acht Grad bis Ende des Jahrhunderts.
00:19:21: Also zu viel.
00:19:23: Nicht nähernd beim Eins Komma fünf Grad Ziel und das ist natürlich die Faktenbasis.
00:19:29: Die kann man nicht in Abrede stellen.
00:19:30: wenn man aber genauer hinschaut Sind Länder aktiv geworden heißt Antwort Ja Der Träufe liegt im Detail und das heißt in der Summe reicht es natürlich hinten und vorne nicht.
00:19:42: Herr Eiden, Sie hatten sich schon eine ganze Weile gemeldet?
00:19:45: Ich wollte nochmal ergänzen dass zu den Zielen für die sich die Türkei sehr stark gemacht hat gehört auch die Reduzierung von Abfallwirtschaft zum Beispiel Zero Waste Policy usw.
00:19:55: Und auch die Städte so zu gestalten dass sie klimafreundlicher sind.
00:19:59: also da hat die Türkei versucht auch Akzente zu setzen, aber wieder muss man zurückkommen auf die finanziellen Möglichkeiten der Türkeis.
00:20:08: Die türkische Wirtschaft läuft gerade nicht rund.
00:20:11: da gibt es sehr viele Herausforderungen und da wird es viel darauf ankommen ob man zur internationalen Finanzierung kommt um diese Ziele zu erreichen.
00:20:21: Wir hatten vorhin kurz über Brückenschlagen gesprochen.
00:20:25: Inwiefern kann die Türkei denn in diesem Prozess auch dafür sorgen, dass so Elefanten im Raum wie China oder auch Russland von denen man zum Teil ja auch abhängig ist von Energielieferung das die mit Einbezogen werden in den ganzen Prozess?
00:20:40: Die Türkei hat relativ gute Beziehungen zu Russland und auch zu China ein ganz anderes Verhältnis als Europa.
00:20:47: Das wären so die Pluspunkte der Türkeis, und auf der einen Seite ist die Türkein in der westlichen Welt gut verankert über die Zollunion, über den NATO und immer noch als EU-Beitrittskandidat.
00:21:03: Auf der anderen Seite hat das Land auch ein ausgeprägtes Netz, auch im globalen Süden.
00:21:10: Nicht nur eine gute Draht zu Russland und China aber auch so den Ländern des Globalen Südens.
00:21:16: Und Ankara ist auch in Public Diplomasi und darin Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschafts- zusammenarbeit relativ versiert und ich kann mir durchaus vorstellen dass die Türkei da diese Länder mit einbeziehen kann.
00:21:30: Aber Hebel um sie zu überzeugen hat das land nicht.
00:21:34: Das muss man auch klar und deutlich sagen.
00:21:38: Lassen wir für leicht Türkei und Australien mal außen vor, großer Player, großer Block,
00:21:43: v.a.,
00:21:44: ist ja die Europäische Union, die da als Einheit auftritt bei den Klimaverhandlungen?
00:21:48: Was es von der zu erwarten kann – diese Brücken bauen oder diese Player Russland-China, USA ist nicht dabei irgendwie stärker mit einbeziehen!
00:21:57: Also die EU ist schon sehr aktiv vor jeder Kopf im Hintergrund, die Prozesse mit zu organisieren.
00:22:03: Das hat man bei dem Elektrifizierungsziel wieder sehr schön sehen können.
00:22:06: War zwar alles viel zu spät in der Logik der jährlichen Kalenderabfolgen aber sie hatte so mit Electrify Now eine Initiative gegründet um auch der Türkei Anschwung zu geben.
00:22:16: und da verschiedene Länder einbezogen aus einen Teilen der Welt.
00:22:20: Und das heißt, die Aufgabe der EU ist zum einen hinter den Kulissen die Prozesse gut zu organisieren und zu unterstützen.
00:22:26: So einfach mit Manpower.
00:22:29: Von den Ambitionen her zieht die EU an einem Ende in der Türkei nach dem Motto hier Follow-up zum Klimaabkommen machen implementieren Zusageinheiten.
00:22:40: Schaut auf uns, wir versuchen auf der EU-Ebene auch wirklich erneuerbar auszubauen und im Lichte der Energiepreiskrise müssen wir auf grüne Energiesetzen.
00:22:49: Können Sie ganz kurz Elektrifall NAU vielleicht in zwei Sätzen erklären?
00:22:52: ElektrifALLNAU ist genau eine Initiative die bei der Vorbereitung der Türkei auf ihre thirtyfünf Prozent bis fünfunddreißig Agenda den diplomatischen Unterbau liefert und sagt Länder, die sich dieser Plattform oder diese Initiative anschließen wollen bis zur Kopf.
00:23:08: Dreizig übernächstes Jahr an den Zielen arbeiten und unterstützt wird diese Initiative auch von den beiden wichtigsten globalen Energieagentoren der internationalen Energie-Agentur unter internationalem Agentur für erneuerbare Energien mit Daten, Fakten und Perspektiven wie das alles für das Eins, fünf Grad Ziel funktionieren kann.
00:23:30: Da sind auch jetzt Staaten jenseits der Europäischen Union.
00:23:32: Ja, Kanada ist zum Beispiel dabei, das ist so ein bisschen die Wiederholung dessen was man schon in den G-Sieben minus USA gesehen hat.
00:23:40: es gibt eben mittlere Mächte die gerne auch da diplomatisch mitwirken wollen.
00:23:45: also was ich noch sagen wollte ist dass im Grunde die EU den Gastgebern den Airguides vorgibt denen die Klimaverhandlungen brauchen diese Rolle erfüllt, weil sie nicht nur hinter den Kulissen arbeitet sondern nach vorne zieht.
00:24:02: Während eben die Bremsa oder die Zweifler oder die mit den großen geopolitischen Interessen dem Fall China Russland sozusagen der Gegenspieler ein bisschen sind und die Brückenbauerei ist dann eben die Aufgabe von den beiden Co-Präsidentschaften.
00:24:18: Dann bitte um eine kurze Antwort.
00:24:21: auch wenn man im Podcast theoretisch unendlich lange sprechen kann und das Thema gibt es auf jeden Fall her.
00:24:27: Was sollte denn in Antalya am Ende auf dem Tisch liegen, damit man ... Frau Drüge hatte gesagt bitte nicht die Erfolgsdiskussion führen in diesem Podcast?
00:24:37: Damit man aber sagen kann okay, das waren keine Schritte rückwärts sondern es waren Schritte nach vorne und dieses Modell mit zwei Nationen hat sich total bewährt.
00:24:46: Es muss darauf eine höhere Flugebene erheben weil im Detail natürlich viele kleine Bausteine gibt.
00:24:53: Das große Bild muss sein, dass es ein klares Signal gibt, dass die internationalen Verabredungen und konkret das Pariser Klimaabkommen und seine Prozesse Gültigkeit haben, dass internationale Kooperation noch funktioniert trotz des vielen Gegenwinds.
00:25:09: Dass auch Länder wie die Türkei und Australien ein ernstes Anliegen hinter dem Klimaschutz und vor allen Dingen, hinter den Anliegen der Entwicklungsländer signalisieren.
00:25:20: Denn ich wollte noch den wichtigen Punkt machen wir sind in Zeiten wo der Klimawandel jetzt wirklich alle betrifft und das hat dieses Jahr gezeigt Und daraus setzen auch viele Länder die dahin fahren dass man das sehr ernst nimmt aber deswegen den Klimaschutz nicht vernachlässigt.
00:25:37: Ich stimme dir zu und zusätzlich würde ich sagen es ist wichtig konkrete Aktionspläne erarbeitet, auf der Konferenz Projekte, auf den Tisch liegt und auch Fortschritte messbar macht um die Umsetzung überprüfbar zu machen.
00:25:55: Und wichtig wäre auch dass man verlässliche Klimafinanzierung da Regelungen dafür schafft um Fortschlitte zu erzählen, um die Ziele umzusetzen.
00:26:07: Und Herr Eilen, Sie sind ja der Türkei-Experte hier in der Runde.
00:26:10: Was wäre aus Sicht dieses Gastgeberlandes ein Erfolg?
00:26:14: Für die Türkeis ist es sehr wichtig dass sie bei der Finanzierung der Decarbonisierung und auch der Elektrifizierung im eigenen Lande Investitionen anzieht und auch dem Globalmaßstab Interessen der industrialisierenden Länder des globalen Südens und auch Länder wie die Türkei stärker berücksichtigt wird.
00:26:39: Für die Türken ist es auch wichtig, dass Klimagerechtigkeit in den Vordergrund gerückt wird und auch die Lasten besser verteilt werden im globalen Maßschab.
00:26:50: Wenn die Türker das erreicht dann wird das für Ankara, für die Regierung ein Erfolg.
00:26:57: Die Kopp-Einundreißig in Antalya ist eine Konferenz mit zwei Gastgebernationen, ganz vielen Erwartungen und bislang noch relativ wenig Geld.
00:27:04: Was dennoch zu erwarten ist haben für uns Susanne Dröger und Jascha Eiden aufgedrüsselt.
00:27:08: Vielen herzlichen Dank Ihnen beide!
00:27:10: Sehr
00:27:10: gerne!
00:27:11: Und wie immer auch herzliche Dank an Maja Däne die die Redaktion für diese Folge hatte.
00:27:16: Wenn Sie sich weiter einlesen wollen, da finden Sie zu weiteren SWP-Analysen einige Links in der Folgenbeschreibung.
00:27:22: Und wenn Sie diesen Podcast abonnieren und bewerten, dann helfen sie uns und anderen diese Inhalte in Ihrer Podcast-App noch besser zu finden!
00:27:29: Ich bin Dominic Schottner – Danke fürs Suchen!
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